Kulturreferat: 20. Jänner: Schnee - Gastspiel des Kremlhoftheaters Villach
Mittwoch 20. Jänner: Gastspiel des Kremlhoftheaters Villach
SCHNEE - Kurzdrama nach Konstantin Paustovskij und Alexander Solschenizyn
mit Yulia Izmaylova und Felix Strasser
Wann und wo? Mittwoch, 20. Jänner 2010
Treffpunkt: 18h30 vor dem Haupteingang der Universität
Freier Eintritt!

Als Textmonteure von VADA – Verein zur Förderung des dramatischen Appetits, mit Anklängen an DADA – haben Yulia Izmaylova und Felix Strasser schon einmal – oder genauer zweimal – in einer Produktion anlässlich des Welt-Frauen-Tags ihre Theaterarbeits-Overalls angelegt und mit ihrem Spiel und selbst per Handlampe durchgeführter Beleuchtung - ein gestapelt volles ÖH-Büro vom (Im-)Provisorium zur spannendesten Bühne verwandelt. Spröde anmutende feministisch-theoretische Texte offenbarten da im Widerspiel mit politischen Sagern, religiösen Dogmen, allzu gegenwärtigen Klischees und einem augenzwinkerndem Rückgriff auf die Schriften Lenins, Marxens und Co. ihre szenischen Qualitäten.
Nun kehren sie als Ensemblemitglieder des kleinsten Programmtheaters Österreichs, des Kremlhoftheaters Villach, für ein Gastspiel an die Universität Klagenfurt zurück und widmen sich einem Kerngebiet ihres Repertoires, der russischen Literatur:
Ihr neues Stück Schnee (Premiere: Dienstag, 12. Jänner in Villach) verbindet eine Erzählung des russischen Schriftstellers Konstantin Paustovskij - „ein melancholisches Heimkehreridyll über zwischenmenschliches Verstehen und die Sehnsucht nach einem warmen Fleckchen“ - mit Textpassagen aus Alexander Solschenizyns «Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch» und «Archipel GULAG».
Paustovskij, der sich schon durch seine Themenwahl der politischen Instrumentalisierung der Literatur in der Sowjetunion widersetzte, engagierte sich nach Stalins Tod stark für die Rehabilitierung von als Dissidenten verfolgten Schriftstellern und setzte sich für eine offene Auseinandersetzung mit der stalinistischen Vergangenheit in der Literatur ein.
Die Montage von Solschenizyns Beschreibungen der Gefangenschaft in Stalins Straflagern in Paustovskijs „apolitisches Stimmungsbild“ soll es gemäß der antistalinistischen Haltung, die Paustovskij selbst gelebt hat, „anreichern“.
Entsprechend dem Bemühen eine möglichst intime und besondere Atmosphäre zwischen ZuseherInnen und Spielenden entstehen zu lassen, wird der eigentliche Spielort selbst eine kleine Überraschung sein.
Hier gibt es keinen Kunstschnee! Es wird empfohlen, sich in warme Kleidung einzupacken!
Weitere Informationen zum Stück http://freietheater.at/home/vada/schnee.htm
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