Wasser - unser Gut?
Verfasst von martinrutter am 20. April 2007 - 19:48.
Alle sagen, die zukünftigen Kriege werden sich weniger um Öl, als um Wasser drehen.
Viele sagen, Österreich geht es gut - wir haben viel Wasser und können froh sein, denn die Qualität unseres Wassers ist hervorragend.
Ich sage, diese Aussagen haben ihre Richtigkeit - doch stelle ich die Frage - gehört uns deswegen "unser Wasser"?
Und diese Frage möchte ich gleich mit einem Beispiel beantworten:
Klagenfurt - Aqua Assist - Die liefern das Wasser für die Klagenfurtnerinnen. Es gehört zu 51% nicht "uns" - und damit kommt ein neuer Aspekt zur Frage Wasser hinzu.
Quelle:http://www.stw.at/inhalt/OrganisationsstrukturAquassist.htm
Wie kommt es dazu?
Zu lesen hier:http://www.stw.at/inhalt/AquassistChronik.htm
- Blog von martinrutter
- Zum Kommentieren bitte anmelden oder registrieren




Beispiel Türkei
Die Türkei ist dabei (mit Hilfe großer Firmen aus Ö+Ch+D
und mit den Geldausfallshaftungen dieser drei Regierungen), gewaltige Staudämme an den Flüssen Tigris und Euphrat zu errichten.
Damit könnte die jeweilige türkische Regierung die von diesem Flusswasser abhängigen Länder Irak und Syrien ziemlich bedrängen.
Das Wasser der genannten Flüsse in ihrem Oberlauf "gehört" der Türkei, und deren jeweilige Regierung kann darüber verfügen, solange sie die militärischen Machtmittel dazu besitzt und einsetzen will (die Türkei ist Natomitglied, Syrien und Irak nicht).
Gehören denn die Stadtwerke
Gehören denn die Stadtwerke "uns"? (Gehören sie der Stadt Klagenfurt?)
Jedenfalls ist das ein ganz interessantes Thema. Diese zumindest für Laien undurchschaubaren Beteiligungsstrukturen, um kurzfristig an Geld zu kommen oder finanztechnische Tricks durchführen zu können, werden dann mit Sätzen wie "um die Marktposition und die Ertragskraft … zu stärken, gingen wir … eine strategische Partnerschaft ein" begründet (Zitat Stadtwerke-Website).
Wusstest du zum Beispiel, dass das Wiener Kanalnetz seit 2002 für 99 Jahre an einen US-Investor vermietet wird? Die Stadt Wien mietet das Netz gleichzeitig als Untermieterin dieses US-Investors wieder zurück (!). Da wird man gleich an den Monty-Python-Film Der Sinn des Lebens erinnert: "Das ist mein Lieblingsgerät. Verstehen Sie, wir haben es gemietet, und zwar von der Firma, an die wir es verkauft haben. So belastet es nämlich nur den Monatsetat und nicht das Konto für das Anlagevermögen!".
Es mag ja sein, dass solche Konstruktionen für beide Seiten aufgrund eigenartiger Gesetze finanztechnische Vorteile bieten, schwachsinnig sind sie trotzdem. Realsatire in Reinform.
Um zum Wasser – oder anderen Ressourcen – zurückzukommen: Wenn sie wirklich einmal knapp werden, bezweifle ich nicht, dass die jeweiligen Staaten sie sich unilateral wieder in den eigenen Besitz zurückholen werden. Auch der Iran (bzw. damals Persien) hat 1951 seine Ölindustrie einfach zwangsverstaatlicht, nachdem British Petrol sich geweigert hatte, seine Gewinne zur Hälfte an den Staat abzuführen. Und ein Boykott österreichischen Wassers dürfte unser Land im Gegensatz zu einem Boykott iranischen Öls kaum treffen. :)
P.S. Wenn du vor die URLs in deinen Beiträgen ein Leerzeichen setzt, werden sie automatisch verlinkt. :)
@ Dio
bG,
Ja die STW - gehörten "uns", jetzt wernden sie immer mehr zerstückelt und privatisiert wie z.B. die Aquaassist die zu 51% einm Unternehmen gehört und damit nicht mehr "uns".
Dadurch die die "Lieferung des Wassers" an die KlagenfurterInnen zu 51% in Händen einer Französischen Firma.
Einer Gewinnorientierten - nicht volkswirtschaftlich orientierten Firma der egal ist wieviel Arbeitsplätze und welche Wasserqualität es dort gibt.
MaRu